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Donnerstag, 17.03.2011, 17:37

Eine Frau träumte folgenden Traum:

In einer Holzwiege liegt ein wohlgenährtes kleines Kind.
Engel bringen dieses Kind dorthin, wo es in seiner Ahnengalerie hingehört. Sie bleiben vor dem Portrait einer bäuerlich und dunkel gekleideten Frau stehen. Diese Frau auf dem Gemälde hat ihren linken Arm so positioniert, dass das Kind genau in ihre Armbeuge passt. Und eben genau dorthin legen die Engel das Kind. Die Frau blickt in das Gesicht der Bäuerin auf dem Bild und weiß, dass es ihre eigene Großmutter ist. Die Großmutter wirkt verhärmt und verschlossen. Das Baby in ihrem Arm jedoch ist lebendig, freudig, voller Neugier und Lebenslust. Aber die Offenheit und Unvoreingenommenheit des Kindes erreichen die Großmutter nicht.

Auf die Frage, was die Großmutter denn so verhärmt hat, geben die Engel Antwort:“Es ist der Verlust ihrer Kinder. In ihrem Schmerz hat sie sich nicht mehr erlaubt, Liebe zu geben und Liebe zu empfangen - aus Angst, erneut verletzt, enttäuscht, getrennt zu werden.“

Wieder sprechen die Engel:
„Doch es gibt gar keinen Verlust. Das Leben trägt einfach nur weiter. Es ist ein einziges Weitergetragenwerden innerhalb eines göttlichen Rahmens. Nichts kann innerhalb dieses Rahmens verloren gehen. Wir sind alle auf einer Reise, auf welcher wir einander begegnen, einige Zeit miteinander sind, dann wieder andere Wege verfolgen, um uns irgendwann wieder zu begegnen. Niemand ist je verloren, wir werden vom Leben nur weiter getragen. “

Die Frau bemerkt, dass sich das Portraitbild ihrer Großmutter jetzt verändert hat. Das Bild hat nun, anders als zuvor, einen goldenen Rahmen bekommen. Ihre Großmutter wendet sich auf dem Bild liebevoll dem Kind in ihrem Arm zu, ihr Herz ist geöffnet und ihre Zuneigung fließt ungehindert dem Kind entgegen. Das Bild trägt nun auch einen Titel. Da steht: „Keine Angst, Dich zu verlieren!“

Nun sieht die Frau auch die beiden angrenzenden Bilder, welche rechts und links des Gemäldes der Großmutter hängen. Es sind Portraits von kleinen Mädchen, ca. 4 und 8 Jahre alt. Beide Mädchen lachen und strahlen Freude aus. Auch ihre Bilder sind golden umrahmt. Da erkennt die Frau, dass es die beiden verstorbenen Kinder der Großmutter sind. Ihr wird ganz deutlich, dass

Mütter für ihre Kinder immer nur Heimatgebende auf begrenzte Zeit sind.

Und wieder hört die Frau die Engel:
„Verlust gibt es nicht, es gibt nur ein Weitergetragenwerden!“

Als nächstes zeigt sich der Frau ein Fluss, dessen Oberfläche von dicken Eisplatten überzogen ist. Sie sieht in der Mitte einer dieser Eisplatten ein männliches Gesicht. Sie weiß intuitiv, sie blickt in das Gesicht ihres im Krieg verschollenen Bruders. Die Augen seines Gesichtes drücken Hoffnungslosigkeit, Erstarrung, Resignation aus. Alle Gefühle sind ihm erfroren.

Die Engel führen die Frau als nächstes in ein Land, dessen Erde rötlich-braun, warm und fruchtbar ist. Die Frau spürt: hier ist Leben, Wärme und Freude. Ihr wird deutlich, dass die Eisfläche ganz zum Bruder gehört, ihr Land aber die warme Erde ist. Die Engel weisen sie an, die Eisfläche, in welcher sich das Gesicht des Bruders zeigt, mit dieser warmen, braunen Erde zu bedecken.
Sie gehorcht und plötzlich wandelt sich die Eisfläche in ein mit eben dieser warmen Erde bedecktes Grab. Das Grab ziert ein einfaches Holzkreuz mit dem Namen des Bruders.
Plötzlich erscheint aus der Mitte des Holzkreuzes die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind im Arm. Dieser Anblick löst in der Frau ein tiefes Gefühl von Geborgenheit, Schutz, Angenommensein aus. Sie erkennt, dass ihr Bruder schon längst nicht mehr mit der Eisfläche verbunden und dort gefangen ist. Sie erkennt, dass er schon längst weitergetragen wurde – in die Arme von Mutter Maria. Da sieht sie, dass Maria nun zwei Kinder in ihren Armen hält, an jeder Seite eines …… und sie weiß, dass ihr Bruder schon lange in dieser Liebe geborgen ist.

Die Frau bemerkt, dass vor dem Grab des Bruders nun ihre eigene Mutter kniet. Diese schluchzt und weint bitterlich um ihren verlorenen Sohn. Wieder zeigt sich die Gottesmutter Maria im Holzkreuz, so dass auch ihre eigene Mutter sie sieht. Der Anblick Marias‘ spendet ihrer eigenen Mutter viel Trost, doch der Schmerz über das Getrenntsein vom Sohn bleibt unverändert. Da spricht Maria zur Weinenden:

„Zuerst hattest Du Deine Zeit als Mutter, und sieh, jetzt ist meine Zeit als Mutter für Deinen Sohn. So wurde Dein Sohn von Mutter zu Mutter weitergetragen, zu keiner Zeit war er mutterlos.“

Diese Worte fließen wie Balsam in das Herz der Mutter der Frau und versöhnen sie zur Gänze mit dem Verlust ihres geliebten Sohnes.
Mutter Maria breitet ihre Arme und damit ihren blauen Mantel aus und ihr zur Seite stehen nun die Mutter der Frau mit dem Bruder der Frau – beide von hinten durch Marias Mantel geschützt. Und die Frau weiß, dass beide schon lange in dieser Liebe geborgen sind.
Nun führen die Engel die Frau zu ihrem Vater. Die Güte seiner warmen, braunen Augen erweicht ihr Herz mit Liebe. Der Vater legt seine Hand auf ihr Herz und spricht zu ihr:

„Nun weiß ich, dass die Liebe immer stärker ist und das einzige ist, das zählt. Mach nicht den Fehler, dem Leid mehr Macht zu geben als der Liebe! Bleib auf die Liebe ausgerichtet! Bleib mit der Liebe verbunden!“

Dann legt er seine Hand auf ihren Kehlkopf und spricht zu ihr:
„Rede aus Deinem Herzen! Verschließe Dich nicht vor anderen, sondern bleib offen für den Dialog mit Deinen Mitmenschen!“

Von den Engeln wird ihr Vater zu Mutter Maria geleitet. Dort bleibt er zufrieden zwischen seiner Frau und seinem Sohn stehen. So sind sie alle schon lange in dieser Liebe geborgen. Es gibt für sie schon lange kein Leid mehr. Der Frau fällt diese Erkenntnis wie Schuppen von den Augen. Und sie weiß, dass es wahr ist.
Das Verharren im Leid – ob Angst, Verzweiflung, Schuld, Trauer, Hader – führt immer zu einem Bruch der Liebesfähigkeit. Liebe fließt dann nicht mehr, wird nicht mehr weitergegeben, nährt nicht mehr einen selbst und andere. Und somit gewinnt die dunkle Seite im Leben die Oberhand. Unglücklich gefangen in einem selbst. Ob Gott uns so gemeint hat?
Wieder erscheint der Frau das Portraitbild ihrer Großmutter. Die Großmutter streckt ihre Hände aus dem Bild und legt sie ihrer Tochter, welche die Mutter der Frau ist, auf die Schultern. Die Mutter legt wiederum ihre Hände auf die Schultern ihrer Tochter, welche die Frau selbst ist. So über drei Generationen miteinander verbunden, durchströmt eine ungeheure, noch nie erspürte Kraft die Frau, begleitet von der Botschaft:

“Du musst nicht tragen, Du wirst getragen!“

Immer noch mit dieser Kraft ihrer weiblichen Ahnen verbunden, erwacht die Frau aus ihrem Traum.

Und sie weiß, dass es wahr ist.


 
Kraft der Ahnen...
Liebe Tiefseelentaucherin,

erst mal herzlich willkommen im Kreise der mywoman-Bloggerinnen!

Die Kraft der weiblichen Ahnen...
Das Wissen um diese Kraft bzw. überhaupt um die Verbundenheit mit den weiblichen Ahnen, gibt einem selbst nicht nur Kraft sondern auch unheimliche Geborgenheit.
Ich hab diese Verbundenheit zu den Ahnen mal in einer Aufstellung (ich war nur Zuseher) vor Augen geführt bekommen. Seither fühle ich mich nicht nur in meinem Leben geborgen, sondern ich habe auch eine unheimliche Verbundenheit mit den Ahnen mütterlicherseits.

Schöne Geschichte!

Wünsche Dir noch einen schönen ABend!

lg soul
  • soul,
  • 2011.03.17, 17:57
 
Liebe Tiefseelentaucherin!
Heiße dich hier auch herzlich willkommen. Und danke für das Reinstellen deiner schönen Geschichte hier.
Schönen Abend noch und liebe Grüße,
Minze
  • minze,
  • 2011.03.17, 19:57